suomi

Freitag, 4. April 2008

heimfernweh

gestern war in der stadt einiges zu erledigen. irgendwie haben mal wieder alle menschen auf einmal geburtstag und so düste die zauberin los, suchte nach hübschen karten und passenden geschenkideen.
und dann drang plötzlich ein stimme durch das triste bremer frühlingswetter (und meine dicke kapuze) an mein ohr:
"anteeks, anteeks, hei, tuleks suomesta?"
einen guten trick hat die dame da angewendet: auf finnisch reagiert die zauberin nämlich sofort. also umgedreht und nachgehakt.
die dame hatte aus der mini-finnlandflagge auf meiner tasche geschlossen, ich sei vielleicht auch finnin. leider musste ich sie da enttäuschen. ein nettes kurzes gespräch hatten wir trotzdem, besonders, nachdem herauskam, dass ich damals ganz in der nähe des ortes gelebt habe, in dem sie aufgewachsen ist.
[und kennst du auch ... ? warst du da und dort schon mal baden? da gibt's doch auch ... ?]
bei ihrem dialekt hatte ich auch schon sowas in der richtung vermutet.
dann trennten sich unsere wege und zum ersten mal seit langem hatte ich das "warum bin ich denn eigentlich hier"-gefühl.
heimfernweh, ganz bestimmt.

Montag, 3. September 2007

gegen den strom

nur noch wenige tage oder wochen, dann werden in salo wieder die gänse über meine ehemalige arbeitsstelle fliegen. in richtung süden.
nur noch wenige wochen, dann werde auch ich fliegen. in die andere richtung. nach über zwei jahren ist es mir endlich gelungen, zeit und geld so zu organisieren, dass einem besuch in der zweiten heimat nichts mehr im wege steht: im oktober fliegt die kleine zauberin nach finnland.
ich kann mein glück noch gar nicht fassen...

Donnerstag, 17. November 2005

sehnsucht nach...

... kurzen, kalten tagen, nach nordlichtern und sternklaren nächten, nach schlittenfahren (und ein bißchen sogar nach hunde-ski), nach verschneiten wäldern und dem geruch vom piparkakku.
sehnsucht aber auch nach langen sommernächten, nach "mit-offenem-fenster-schlafen", nach beeren suchen und nach endlos langen spaziergängen, nach "in-seen-schwimmen" und festivals.
sehnsucht nach noch viel, viel mehr. nicht zuletzt nach dem traummann...
eine komische mischung zwischen heimweh und fernweh.
da hilft nur eins: finnisches wochenende mit akira.
odotan innokkaana viikkoloppua.

Mittwoch, 10. August 2005

vorbei, vorbei

heute vor einem jahr bin ich gelandet. in helsinki/vantaa, wo ich die erste nacht meines austauschjahres verbrachte.
die letzte nacht steht mir jetzt bevor, im trauten heim meiner gastfamilie. in meinem zimmer, in dem mir nichts mehr gehört, ausser meinem schlafsack und den kopfkissen.
mir zu ehren gab es heute noch ein richtiges dinner. mit anderen freiwilligen, meinen eltern, freunden und natuerlich dem traummann.
der fährt morgen nach lappland und so haben wir heute unsere wirklich allerletzten stunden miteinander verbracht. ja, wir werden uns vermissen. und nein, wir werden nicht versuchen, diese beziehung (oder was auch immer es war) aufrecht zu erhalten.
draussen regnet es in strömen ... richtiges abschiedswetter.
ich will nicht gehen.

Dienstag, 2. August 2005

mehr countdown

heute in einer woche kommen meine eltern an, hier in meinem städtchen.
ich sollte ... ja, sollte langsam anfangen zu packen. man glaubt gar nicht, was sich in einem jahr so alles ansammelt. mein zimmer, das am anfang so unpersönlich war, ist ein zauberinnen-zimmer geworden. mit bildern, postern, gedichten und allem, was sonst noch so dazu gehört.
mama ist schon wahnsinnig aufgeregt. ruft ständig an, erzählt mir, dass sie mein bett schon bezogen hat; fragt, was für essen sie denn kochen soll. jammert, dass sie so fürchterlich viel zu tun haben wird. "und du bist dann ja sowieso wieder die ganze zeit unterwegs, aber ich sag dir eins: du hilfst mit. mit dem hund und der ganzen wäsche und der katze." ja, mama; natürlich, mama. als ob ich die schmutzwäsche, das bügeleisen, den hund, die katze oder den herd auch nur anfassen dürfte.
meine liebsten in der heimat ... in der anderen heimat ... warten auch schon. ungeduldig. rufen auch an, schreiben e-mails und karten. "wann bist du wieder da?" selbst die, von denen ich seit rund 12 monaten nichts gehört habe. aber die können mir gestohlen bleiben.
was keiner merkt: die zauberin will nicht zurück. will nicht den blaubeerwald hinterm haus gegen die bundesstraße eintauschen und nicht die tagesstätte gegen einen hörsaal. will nicht mehr deutsch sprechen und ihr ganzes finnisch verlernen. will nicht weg von diesem himmel, der der schönste ist auf der ganzen welt.
"tie jatkuu maaimalle" stand bis vor kurzem auf den werbewänden der viking line. die straße führt in die welt. ein kleiner trost, aber besser als keiner.

Samstag, 16. Juli 2005

ready for take-off?

der countdown läuft. in rund drei wochen reise ich ab. eigentlich versuche ich dieses thema zu vermeiden. die abreise im letzten jahr war schwierig, ich ließ viel zurück und alles war ungewiss. als ich in brüssel ins flugzeug stieg, wußte ich nicht einmal, wo ich die nächste nacht verbringen würde. nur, dass mich jemand abholt, hatte man mir versichert.
dieses jahr hat einiges kaputt gemacht. ein paar freundschaften sind eingegangen wie verkümmerte pflanzen. und nicht zuletzt hat sich meine (jahrelange) beziehung in wohlgefallen aufgelöst.
dieses jahr hat dafür aber auch einiges neu geschaffen. neue freundschaften, neue erfahrungen. ich würde es immer wieder machen.
nein, ich will nicht abreisen. dies hier ist meine freiheit. auch wenn ich einsehen musste, dass freiheit manchmal schwer zu ertragen ist.
eins weiß ich sicher: dieses mal werde ich weinen.

Samstag, 2. Juli 2005

pleaschnt time

seeehr früher eintrag heute. eigentlich war ich schon viel früher kurz davor, aufzustehen und meinen frust rauszulassen. dass dieser frust inzwischen kein frust mehr ist, sondern mild lächelnde nachsicht, liegt vielleicht daran, dass ich (wenigstens manchmal) einfach zu gut bin, für diese welt.
heute morgen um zwanzig nach vier kam mein gastbruder nach hause. aber nicht allein, sondern (den schuhen nach zu urteilen) mit mindestens fünf freunden/freundinnen. (den schuhen nach zu urteilen vier freunde und eine freundin, wobei das im prinzip auch nebensächlich ist.) klar, gestern war freitag, da geht man party machen. und um vier macht alles dicht, da geht man dann zu 'irgendwem' nach hause. vorzugsweise zu jemandem mit viel platz und sturmfreier bude. also zu uns. meine gastmama ist samt schwesterchen donnerstag nach lappland gereist, um die verwandtschaft zu besuchen.
betrunkene finnen sind laut. und zwar nicht unerheblich. daher rollte ich ab halb fünf schlaflos durch mein bett und verfluchte die tatsache, dass ich heute arbeiten muss und mich vorher nichtmal ausschlafen kann. ein paar mal war ich kurz davor, runter zu gehen und der lustigen gesellschaft was über den arbeitenden teil der bevölkerung zu erzählen... aber man will ja kein spaßverderber sein.
als ich um kurz nach acht in der küche auftauchte, um mir mittels eines kaffees zumindest ein paar lebensgeister einzuhauchen, war ich sehr wütend. und dann kam mein liebenswerter gastbruder, den ich zu diesem zeitpunkten mit bloßen händen hätte erwürgen können, und... entschuldigte sich. damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. jedenfalls war ich gleich wieder versöhnt und anstelle auszurasten, heuchelte ich verständnis. naja, was heißt heuchelte. ich hatte verständnis. seine sturzbetrunkenen freunde erinnerten mich einfach zu sehr an pinky und mich und wenn ich nicht gleich arbeiten müsste, hätte ich für mein leben gern mitgemacht.
jetzt gerade hat er den letzten ins bett geschickt und ist mit der (seiner?) freundin mit dem hund rausgegangen. auf meinen hinweis, dass ich das bereits erledigt hätte kam nur ein genuscheltes: "ok, anyway... we can do schat... juscht hava pleaschnt time."
dann weiß ich ja bescheid.

-> erstaunlich übrigens, wie gut es mit dem "sch" klappt, wenn die finnen erstmal getrunken haben. dann bauen sie es sogar da ein, wo's gar nicht hingehört, während sie es sonst meistens durch ein gezischtes "ß" ersetzen...

Mittwoch, 29. Juni 2005

guten morgen, finnland!

guten morgen, welt.
in ziemlich genau einer halben stunde werde ich mich auf den weg zum test-center meines vertrauens machen. mal wieder. planmäßige ankunftszeit ist ~ 13 uhr. und vielleicht tritt dann ja tatsächlich das ereignis ein, auf das ich schon seit über zwei wochen warte.
wenn nicht die holländer und die briten an diesem ewigen verschieben und den ganzen pannen schuld wären, würde ich mir ein "typisch finnland" ja nicht verkneifen können. oder besser vielleicht ein "typisch finnen".
denn finnen, die ja bekanntermaßen im besten land der welt wohnen (das ist zumindest die mehrheitliche meinung), mit dem besten schulsystem (und DAS geben sogar ausländer zu), dem besten einheimischen gemüse, dem kältesten winter und dem mitternachtssonnigsten sommer... also diese finnen haben ein problem: organisation. dieses problem haben sie zwar vermutlich nur in deutschen augen, aber das reicht schon völlig.
wer als pünktlichkeitsversessener, ordentlicher und durchorganisierter deutscher nach finnland kommt, erlebt vermutlich die eine oder andere überraschung.
sehr süß finde ich, dass wirklich jeder finne darauf besteht, dass die finnen ein pünktliches volk sind. sind sie auch, wenn man generell 15 minuten auf die vereinbarte zeit aufrechnet.
in einem punkt hilft die finnische planlosigkeit aber ungemein: man wird sehr viel ruhiger und gelassener.
es ist ok, wenn man nicht weiß, wo man arbeitet. es ist auch ok, wenn man nirgendwo anrufen kann, um mitzuteilen, dass man zu spät kommt. es ist ok, wenn der geldautomat die ec-karte frisst; irgendwie kriegt man die schon wieder. es ist ok, wenn einem der bus vor der nase wegfährt. nimmt man halt den nächsten. es ist auch ok, wenn man zwar weiß, wohin man will, aber nicht die geringste ahnung hat, wie man hin kommt. irgendwie wird es schon öffentliche verkehrsmittel geben. es ist ok, wenn die autoschlüssel spurlos verschwunden sind; die tauchen schon wieder auf. (gleiches gilt eigentlich für jede art schlüssel.) und termine vergessen ist sowieso ok; kann schließlich jedem passieren.

Mittwoch, 22. Juni 2005

dialog des wahnsinns

- ich bin so müde, dass ich finnisch denke

- bin auch müde

- denkst du auch schon finnisch?

- ne ich denk höchstens gar nicht

- schön wärs, aber wenn ich müde bin, bekommt der finnische gehirnteil die oberhand irgendwie.

- du hast nen finnischen gehirnteil?

- ähm ich glaube ja. das ist der teil wo die ganze finnische sprache so rumsitzt.

- ach dieser teil. ja der is bei mir ja nicht da.
bei männern wird höchstens dann der pornoteil aktiv

tiefgründige gespräche vorm zubettgehen.
das wirft die frage auf:

ist mein sonnenbrand noch ein sonnenbrand oder sticht er schon?

Freitag, 10. Juni 2005

lieblingsschwesterchen

gerade kommen wir vom einkaufen. das rundum gestörte schwesterchen mit den diversen tüten auf dem rücksitz. tütenrascheln... schmatzen. "was isst du da?" - "nix." - "du hast doch wohl nicht das eis aufgemacht?!" ... doch hat sie, aber das sag ich nicht. aus den mutter-tochter-machtspielchen halte ich mich raus. die hab ich nämlich soweit hinter mir. ... "hast du das eis aufgemacht?!" - "ja." - "du isst das doch wohl nicht mit den fingern?!" - "nein." ... also wenn sie tatsächlich einen löffel gefunden hat (und das ist in unserem auto gar nicht mal so unwahrscheinlich), dann will ich nicht wissen, wie der aussieht. memo an mich: finger weg vom eis. sonst kann ich auch gleich den fußboden lecken. ... "womit isst du dann?" - "mit dem geldlöffel!" ... bitte was? blick nach hinten und in der tat, monsterkind zieht mit einem fetten grinsen ein 1-euro-stück durch die eiscreme und leckt dieses dann genüßlich ab. rechts ranfahren bitte, ich glaub, ich muss mich übergeben. ... "das ist doch wohl nicht dein ernst! weißt du, wieviele menschen das geld angefasst haben?! das ist ekelig." ... in der tat. memo an mich: AUF GAR KEINEN FALL DAS EIS ESSEN. sonst kann ich auch gleich das klo auslecken. ... "pack das jetzt sofort weg!" - "einen löffel noch.", sprach's und fraß dann meinen schokoriegel.

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Zuletzt aktualisiert: 9. Apr, 14:03

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