abgrundtänze

Dienstag, 29. Mai 2007

flashback

"na kleines, kannst du denn latein?", sagt er und lässt seine hand langsam von meinem knie an aufwärts wandern. "fass mich nicht an!", liegt mir auf der zunge, aber bevor ich auch nur ein wort rauskriege, bin ich wieder zwölf und sitze im konfirmandenunterricht. auf meinem bein wandert eine hand, während ich die zehn gebote inklusive "was ist das?" aufsage. zurück in der realität sage ich einfach nur "ja." und fange an zu übersetzen. im kopf bin ich fünfzehn und konjugiere verben auf latein. genau wie jetzt gerade, nur das die hand in meinem schoß schon an weitaus intimeren stellen liegt. bevor ich meine zeitreise fortsetzen kann und als sechzehnjährige neben meinem freund im auto sitze, sagt sein kumpel: "du bist ein schatz!" und umarmt mich. seitlich. und seine hand liegt, wo sie einfach nicht liegen sollte, wenn man nur durch einen gemeinsamen arbeitsauftrag verbunden ist. ich übersetze und übersetze, damit das alles ein ende hat. die freien hände meiner neuen freunde schreiben fleißig mit. die anderen gleiten über meine beine. mir wird schlecht. bevor ich mich auf die gelösten aufgaben übergebe, fliehe ich aus dem seminar. dabei wollte ich doch dieses semester mal nichts mittendrin abrechen.

Montag, 7. Mai 2007

die steigerung von flüssig...

... ist überflüssig. besagt jedenfalls ein mäßig komischer witz, der maximal unter drittklässlern gut ankommt.
und "überflüssig" soll heute thema sein. "überflüssig" fühle ich mich nämlich in letzter zeit. mein leben ist sinnfrei. oder sinnlos. oder eben überflüssig.
solche temporären tiefs muss man aussitzen. man könnte natürlich auch was tun, um seiner existenz einen sinn zu geben. "man" und "könnte" implizieren an dieser stelle recht deutlich, dass ich das nicht tue.
ich sitze aus und warte. irgendwann wird die menschheit schon merken, dass sie mich braucht.
und siehe da: heute war ich in der heißgeliebten praktikumsschule, unterschrift für die bescheinigung abholen. und außer der unterschrift habe ich noch jede menge andere dinge bekommen: eine kleine aufsatzsammlung über die klassenfahrt meiner klasse zum beispiel und diverse freundschaftliche umarmungen und natürlich die aufforderung bald wiederzukommen. von schülern UND lehrern.
alles in allem nur ein paar kleinigkeiten, aber ich glaube, mein aggregatzustand bessert sich gerade wieder ein bißchen.

Dienstag, 23. Januar 2007

alptraumstudio

"Ich höre jetzt einfach auf
zu schlafen."

... die alpträumer sind wieder da. jede nacht setzen sie sich an mein bett, blicken in mein gesicht und schleichen sich in meinen kopf.

"Doch ich weiß auch,
dass mit jeder Stunde
die Komparsen aus dem
Alptraumstudio das Szenenbild
verseuchen werden."

... die alpträumer kommen oft zu besuch und ich kann mich nach wie vor nicht entscheiden, wen ich weniger mag: sie oder die schlaflosigkeit.

"Ich allein will der Gott
meiner eigenen Wahrheit sein."

... die alpträumer sind dieses mal erschreckend real. sie bringen geschichten mit, die genau so passieren könnten. die vielleicht genau so passieren werden.

"Doch noch kontrolliere ich
meinen Verstand,
lasse mich auf das Endspiel ein.
Die Träume müssen sterben"

... die alpträumer machen auch zeitreisen mit mir und wechseln die gesichter. so wie mein gesicht bei der reise in die vergangenheit wechselt. sind das noch alpträumer? oder sind das einfach erinnerungen?

"Komm !
Komm Traum,
die Wahrheit tötet Dich
Tötet Dich...
Solange sie Dich erkennt.
Wenn nicht tötet sie... mich"

... die alpträumer werden immer wilder. sie setzen sich gar nicht erst an bett und schauen, sie reißen mich gleich hoch und nehmen mich mit. noch warten sie, bis es nacht wird.

[text in "" : alptraumstudio/goethes erben)

Montag, 8. Januar 2007

neues jahr, bremen und depressionen

wieder daheim. nach meiner weihnachts- und silvesterreise zu meinen eltern und der potentiellen schwiegermama in spe bin ich nun zurück. im wunderschönen bremen. bei regen, aufgeweichten silvesterböllern und uni-sorgen.
der mann und ich wollen zusammenziehen. eine wohnung haben wir schon. die geschichte dazu ist zu lang, um sie en detail auszuwalzen. sie ist da und das ist wichtig.
ich bin froh drum. ja, ich freue mich sogar sehr darauf auch offiziell mit dem mann zusammen zu leben.
in diesen schlimmen depressionsphasen ist es ein komisches gefühl sich über sachen zu freuen. eigentlich bin ich dafür viel zu geknickt. 'angeschossenes reh', sagt der mann.
und irgendwo im hinterkopf schwirren alle die dinge, die noch erledigt werden müssen. der umzug, die uni, all der kleinkram - 'ich kann nicht!' sagt das unterbewusstsein. 'du musst!' sagt der verstand. täglicher innerer kampf. aufstehen, liegen bleiben, vielleicht doch endlich mal beim psychologen anrufen... ohne den mann würde ich schon längst in meinem bett vermodern.

Montag, 7. August 2006

wochenstart im norden...

... mal wieder eher unerfreulich.
madame nutzt mich nach strich und faden aus. sie meint, sie kann jeder zeit anrufen und mich zu sich zitieren. leider kann sie genau das auch. weil die kleine zauberin ja nicht nein sagen kann. keine gute eigenschaft. in keinem job.
der ganze depressionen-psycho-mist tut sein übriges. ein rohes ei ist unempfindlich im vergleich zu mir. auch keine gute eigenschaft. weder im job, noch im privatleben.
und während ich mich bei der arbeit noch sehr gut zusammenreißen kann (es lebe die partielle selbstdisziplin.) und selbst dann vor "guter laune" strotze, wenn madame mies gelaunt in den seilen hängt und jammert, ertrinkt der mann in regelmäßigen abständen in wahren tränenfluten, die ausgelöst werden von so wahnsinnig schlimmen dingen wie krümel auf dem fußboden, telefonanrufen, gutem wetter, schlechtem wetter, dem anblick anderer menschen, zu warmen wasser in der dusche, zu kaltem wasser in der dusche, lieferpause meines bevorzugten fruchtsaftes und vielen, vielen anderen dingen bei denen jeder normale mensch mit den schultern zucken oder maximal den kopf schütteln würde.
wir halten an dieser stelle fest: das ist kein zustand. gut für den mann, dass er ab mittwoch erstmal für ein paar tage der stadt den rücken kehrt. allein. ohne seinen zimmerspringbrunnen fka zauberin.
und ich ... ich heul natürlich schon wieder. warum, weiß ich auch nicht so genau.

Samstag, 5. November 2005

alles nicht ganz einfach

zumindest nicht, wenn man zauberin ist und gleichzeitig meisterin darin, sich das leben schwer zu machen.
"it's not easy having a good time". dieses zitat aus der rocky horror show wählten meine (ehemals?!) besten freundinnen als titel für 'meinen' bericht in der abi-zeitung. vor ein paar gefühlten lichtjahren.
geändert hat sich nichts daran, ich lege mir nach wie vor gerne steine in den weg.
das studentenleben pendelt sich zwar gerade langsam ein, aber das bedeutet noch lange keinen guten zeiten. ich stehe irgendwo zwischen "irgendwie schaff' ich das schon" und "ich schmeiße alles hin". hilfreich wäre, wenn ich wenigstens mich selbst im griff hätte, dann würde das mit meinem leben schon werden. dass ich mich selbst absolut nicht im griff habe, beweise ich mir leider viel zu oft in letzter zeit. vielleicht wäre professionelle hilfe angebracht.
aber das ist auch nix neues. selbige ziehe ich in schwierigen phasen regelmäßig in erwägung. um es dann doch zu lassen. wird schon irgendwie, geht alles irgendwann vorbei, kann nur besser werden.
immerhin, es gibt einen lichtblick am zauberinnen-horizont. in nicht einmal zwei monaten kommt der traummann. für ganze zwei wochen.
jetzt heißt es nur noch, bis dahin zu überleben. aber wär' doch gelacht, wenn nicht. oder?

Donnerstag, 26. Mai 2005

ich lache schon wieder hysterisch...

... und das ist kein gutes zeichen. heute auf der arbeit ist es mir mehrfach aufgefallen. ich bin angespannt wie ein flitzebogen.
wegen eines tests, zu dem ich bis jetzt noch nicht mal zugelassen bin. generell bin ich ein prüfungsangst-mensch. besonders, wenn ich weiß, dass viel dran hängt. an diesem test wird jede menge hängen. jede menge geld und nicht unerhebliche teile meiner zukunft.
trotzdem ist eigentlich der zeitpunkt zum durchdrehen noch nicht gekommen. das könnte ich doch verschieben, bis ich wenigstens die zulassung habe. falls ich überhaupt eine kriege.
da deutschland ja wieder feiertag hat (*grml*), ist meine mailbox geflutet mit "interessanten links" zum thema IELTS. danke, papa.
jetzt drehe ich tatsächlich am rad. 2 stunden und 45 minuten... in der schule habe ich längere klausuren geschrieben. aber trotzdem. seitenweise "wie bereite ich mich am besten vor". 'gehen sie in der nacht vor dem test rechtzeitig schlafen.' toller witz. ich konnte letzte nacht schon kein auge zukriegen. das hier ist übrigens mein absoluter favorit: 'Üben Sie es, gleichzeitig zu lesen, schreiben und zuzuhören.'
das können ja noch reizende zwei wochen werden. zumindest dann, wenn anfang nächster woche die zulassung hier reinschneit. ansonsten werden es vielleicht noch reizende 4/5 tage.
das würde wahrscheinlich auch schon reichen.

Mittwoch, 20. April 2005

ich hoffe...

... meine angematschte phase rührt nur von meinem angematschten gesundheitszustand her.
so ganz auf der höhe bin ich nämlich nicht. irgendwie. meine schlafstörungen (wenn man sie denn so nennen möchte) haben sich wieder gelegt. zum glück, denn der zwei-stunden-schlafen-zwei-stunden-wach-rythmus, mit dem ich mal wieder knapp zwei monate gelebt habe, war kaum noch auszuhalten. zumindest mit blick auf die arbeit. dafür ist mein lieblings-alptraum zurück. will sagen: jetzt kann ich zwar wieder schlafen, aber wenn ich wach bin bekomme ich beim gedanken an die vergangenen nacht zähneklappern.
von nachteil dürfte auch das treffen mit den anderen psychopathen in zwei wochen sein. ich hab die restlichen freiwilligen hier ja von herzen gern, aber erwiesenermaßen sind die meisten ... nun ja ... eher kompliziert ... und tun mir nicht besonders gut. das heißt, ich kann schon mal langsam anfangen, selbstdisziplin zu sammeln, damit ich bis dahin genug beisammen habe.
sonst gibt es eine katastrophe und von denen hatten wir in den letzten monaten mehr als genug.

Donnerstag, 7. April 2005

zweifel...

... an allem und jedem. heute war oder viel mehr ist mein nachdenklicher tag. wobei wohl doch die meisten tage in meinem leben nachdenklich waren. heute ist der für negative gedanken und nagende zweifel. zweifel ist übrigens ein ziemlich dummes wort. so vom klang her.
gestern habe ich festgestellt, dass die wahrscheinlichkeit, dass mein studienort in süddeutschland liegt, recht hoch ist. nix gegen süddeutschland, aber hinziehen will ich da nicht.
die bissigen kommentare meiner gastschwester lassen mich auch nicht so richtig los. selbst, wenn sie noch ein kind ist. oder gerade deswegen.
ich fühle mich rastlos. plane jetzt schon, wo ich wann hinreise. was ich in meinen ersten "großen" semsterferien machen will. dabei studiere ich noch nicht mal. denke darüber nach, ob es überhaupt sinn macht, nach deutschland zurückzukommen und wenn ja, ob es dann sinn macht, nach dem studium dazubleiben.
und dann eine fast komische sache... seit acht monaten arbeite ich jetzt mit behinderten. und ich fühle mich immer noch schuldig, wenn jemand in meiner gegenwart einen anfall bekommt. (mit anfall meine ich alles, vom epileptischen bis zum tobsuchtsanfall.) ich weiß selbst, dass ich keine krämpfe auslöse, wenn ich neben einem bett stehe und wäsche zusammenfalte oder dass jemand, der den ganzen morgen schreit, auch schon nervös war, bevor ich ihm die jacke ausgezogen habe, aber unterdrücken kann ich diese schuldgefühle nicht. besonders schlimm wird's dann dadurch, dass man rein gar nichts machen kann. nur zugucken und warten bis alles vorbei ist. ob das jemals weg geht?

Dienstag, 1. März 2005

gebt mir zynimus

ich hab's schonmal irgendwann geschrieben: ohne zynismus geht es mir nicht gut. momentan bin ich alles, nur nicht zynisch. leider hat meine chefin urlaub und kommt erst nächste woche wieder. und leider ist meine lieblings-zynismus-deutsche gerade auf heimaturlaub. (und kommt erst nächste woche wieder.) ich leide mal wieder unter emotionalem chaos und identitätsproblemen: wer bin ich eigentlich? und warum bin ich hier? ich hasse dieses gefühl von innerer zerissenheit und ich hoffe, in den nächsten tagen kommt niemand auf die tolle idee, mich als seelische mülltonne zu benutzen, sonst kann ich für nichts mehr garantieren.
am wochenende gehe ich abends weg und lasse das männermordende biest raus. dann geht's mir montag wieder besser. zum glück stehen ohnehin nur hässliche oder wahlweise extrem blöde/unsympathische kerle auf mich, da muss es mir nicht mal leid tun, wenn ich nur ein bißchen spiele.
ich habe niemals behauptet, dass ich nett bin. oder einfach. oder eine gefestigte persönlichkeit. lasst mir einfach meinen spaß. kritik bekomme ich schon genug zu hören. von mir. und das es kein männermordendes biest in mir gibt, weiß ich selbst. nur für den fall, dass da jemand die ironie überhört hat. bei mir gibt es nur die männerpanische neurotikerin.

höre ich da zynismus?!

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Online seit 602 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 9. Apr, 14:03

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